• Roman

    Academia von Karen Rouff

    Karen Ruoff
    ACADEMIA
    Deutsch von Christa Schuenke · Gebunden mit Lesebändchen · 400 Seiten · ISBN 978-3-86754-407-8, 24,00 €

    Als Leiterin des Medienzentrums einer californischen Universität, wird Eve Braintree schnell klar, dass ihre Arbeit, unter den gegebenen Umständen, fast jeder machen könnte und das wahrscheinlich besser als sie. Um sich in dem Gewirr von Intrigen, Korruption und der Akquise von Drittmitteln nicht zu verirren, ist es mehr und mehr nötig, das Eve den Teil von sich, den sie „die Hochstaplerin“ nennt auf den Plan zu ruft. Eines ist jedenfalls klar, um Bildung geht es eher weniger in den Bildungsstätten einer neoliberalen Welt.

    Karen Rouff, ihres Zeichen Präsidentin des deutschen Ablegers der Stanford Universität, nimmt die Leser:innen mit in die Welt der Universitäten und das aus verschiedenen Blickwinkeln. Einmal ist da Eve, die sich immer mehr verbiegen muss, um sich zu behaupten, dann ist da Dewey ihr Kater, der der Meinung ist, dass der Campus ihm gehört, jedenfalls alle in so 50 cm Höhe. Karen Rouff lässt nichts aus, nicht die Schickimicki Wellnessoase Betreiber, die sich im Aufsichtsrat des Colleges breit machen, um sich mit sanften Pfötchen soviel Geld wie möglich unter den Nagel zu reißen, noch die schmierigen Jungs, die sich aufmachen erfolgreiche Ehemalige um Spenden zu erleichtern. Alle Charaktere, auch die der Nebenfiguren, sind gut ausgearbeitet und lebendig und der scheinbar leichte satirische Erzählton hat es in sich. An so mancher Stelle, bleibt einem das Lachen im Halse stecken, nämlich dann, wenn einem klar wird, dass die großen und kleinen Schweineren im Bildungssystem keine pure Erfindung sind.

    Auch dieses Buch hat eine Triggerwarnung. Allerdings eine die mir sehr gefällt:

    Sollten Sie befürchten, dass es in diesem Buch um Sie gehen könnte – geht’s eher nicht.

    Sollten Sie hingegen sicher sein, dass dem nicht so ist – möglich wär’s doch.

    Eine unbedingte Leseempfehlung.

  • Autobiografie/Biografie,  Roman,  Schreiben

    Schreiben – Selbstbild mit Tier von Andreas Niedermann

    Der junge Andreas Niedermann aus der Schweiz will Schreiben. Das ist eigentlich das einzige, was der sicher weiß … und dass er aus der Schweiz wegwill. Doch wie jeden jungen Autoren treibt auch ihn die Frage um: Schreiben? Wie geht das eigentlich? Und wovon lebt man, bis man von Schreiben leben kann? Geld ist eines der Grundprobleme, denn wenn es da ist, hat es die Tendenz schnell wieder weg zu sein. Wenn man in Jobs unterwegs ist, die man um das Geldes wegen annimmt, ist man schnell geneigt zu kompensieren, was ausgesprochen gut mit Alkohol geht. Niedermann gerät in einen Kreislauf von Zeiten in denen er Schreiben könnte, aber nicht kann, weil er Geld braucht und kompensieren muss oder eben in denen er schreibt, sehr frugal lebt und die Salami zum Brot schon mal geklaut wird. Doch er schafft es, schließlich ist sein erstes Buch da. Sauser und es ist ein Erfolg! Doch nichts ist für immer und alles beginnt von vorn.

    Andreas Niedermann ist ein Garant für ein absolutes Lesevergnügen. So auch hier! Ihn in der Retrospektive auf seinem Weg zum Schreiben und seinen beruflichen Schlenkern, da war viel Schönes dabei – Almhirte, Bühnenbauer, Kinovorführer, Bauarbeiter – begleiten, war mir eine große Freude. Man kann wirklich nicht sagen, dass Niedermann sich und seine Leser schont, dafür gehr er viel zu offen, humorvoll und teils schonungslos mit seinem jüngeren Ich um. Gerade das macht aber seinen Reiz aus.

    Das mit dem Tier im Titel, erklärt sich beim Lesen des Buches, was ich nur wärmstens empfehlen kann.

  • Norwegische AutorInnen,  Roman

    Das Haus über dem Fjord von Kristin Valla

    Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Elin in ihren Geburtsort zurück um das Haus aufzulösen und zu verkaufen. Es wird eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit, auf der sie erkennt, dass bei weitem nicht alles so war, wie es ihr damals erschien. Mittlerweile lebt sie in Oslo, ist Journalistin für ein Modemagazin und denkt, sie hätte sich von dem kleinen Ort an der nordnorwegischen Küste und von dem Haus über dem Fjord gelöst. Doch auch das ist nicht ganz so, wie sie vermutet. Ihre ganze Jugend war von einem dramatischen Ereignis überschattet. An einem Tag wurden ihr Vater und ihre Brüder von einem Erdrutsch verschüttet und ihre Mutter versank in Trauer.

    Das Haus über dem Fjord ist der dritte Roman von Kristin Valla und die Autorin weiß eine Geschichte aufzubauen und zu erzählen. Der Aufbau ist einfach und überschaubar. Es gibt Rückblenden in die Vergangenheit, die mit dem abgeglichen werden, was Elin während ihres Aufenthaltes und ihrer Suche erfährt. Doch das Buch hat auch ein Manko. Im letzten Viertel, Elins Nachforschung über die Vergangenheit ihres Vaters, haben sie in ein französisches Dorf geführt, und ab hier beginnt Kristin Valla die Geschichte zu überfrachten. Hätte sie der Versuchung widerstanden, diesen Twist einzufügen, wäre es ein rundherum gelungenes Werk geworden.

    Das Haus über dem Fjord

    Roman
    OT: Ut av det blå
    Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
    gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen

    320 Seiten

    ISBN: 978-3-86648-649-2

    Erscheinungsdatum: 20.09.22

  • Krimi

    Tote Winkel von Sophie Sumburane

    Valentina ist Mitte dreißig, lebt in einem schönen Haus, hat reizende Kinder, ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet und unglücklich. Sie neigt zu Zwangsneurosen, dissoziert so dann und wann, kurz sie hat eine Menge Gepäck, versucht klarzukommen und schafft es mal gerade eben ihre Welt zusammenzuhalten. Eigentlich lebt sie in der ständigen Gewissheit, dass jeden Moment alles zusammenbrechen kann und die alten Monster, die aus den Verletzungen in ihrer Kindheit entstanden sind, aus ihren Löchern kriechen. Genau dies geschieht an einem Mittwoch, als die Polizei anruft und ihr mitteilt, dass ihr Mann wegen Vergewaltigung verhaftet wurde. Das Verwirrende: Das Opfer, die Journalistin Katja Sziboula, sieht Valentina zum Verwechseln ähnlich.

    Sophie Sumburane hat einen sehr ungewöhnlichen Kriminalroman geschaffen. Sie lässt Valentina, Katja und Kay, Katja Ehefrau, abwechselnd zu Wort kommen. Lässt sie erzählen, von ihrer Kindheit, von ihren Abgründen, von den Dämonen, die sie umtreiben. Der einzige der nicht zu Wort kommt, ist der Vergewaltiger, der Kneipenkönig, Valentinas Ehemann. Die Geschichte wird mehr und mehr ein Spiel mit Wirklichkeiten und Wahrnehmung des Gegenübers und es ist eine Geschichte über Missbrauch und dessen Folgen. Sophie Sumburane nimmt ihre Leser mit an Orte, an die sie sich freiwillig nie begeben hätten und das macht sie wahrlich meisterlich.

    Dabei hätte ich das Buch beinahe nicht gelesen, denn es kam mit einem Disclaimer:

    Dieser Kriminalroman enthält Passagen mit expliziten Schilderungen sexueller, körperlicher und seelischer Gewalt, auch gegen Kinder und Jugendlichen.

    Inhaltswarnung zu „Tote Winkel“

    Liebe Edition Nautilus, mir war sehr bewusst, dass ich einen Kriminalroman bestellt habe und kein Buch mit Häkelmustern! Was soll diese Infantilisierung von Lesenden? Mittlerweile kommt es ja öfter und öfter vor, dass vor dem Inhalt eines Buches gewarnt wird. Wie weit wird das noch gehen? Steht jetzt bald bei Rosemunde Pilcher vorweg:

    Dieser Roman enthält Passagen, in denen die Protagonistin an Liebeskummer leidet und ein Pferd stirbt.

    Bessert euch und haltet auf jeden Mist mitzumachen.

  • Einfach mal so,  Kreatives Schreiben

    37. Woche – es herbstelt

    Von einer Freundin mit Garten haben wir Mirabellen und Pflaumen bekommen. Da beide schon recht reif waren, haben wir uns sofort ans Verarbeiten gemacht. Ich habe entsteint und Viktor hat Marmelade gekocht.

    Von den restlichen Pflaumen habe ich heute ein Pflaumenkompott gebastelt, mit Vanille, Macis, Zimt und Zucker. Das soll es morgen zu kleinen Hefeküchlein geben. Daruf freu ich mich schon sehr. Seit ungefähr vier Wochen essen wir abends keine Schokolade mehr. Das war lange Zeit Usus, nach dem Abendessen etwas Schokolade, aber irgendwie hatten wir aufeinmal beide die Idee, dass es gut wäre diese Gewohnheit einmal zu durchbrechen. Wie es überhaupt gut ist, alles was Gewohnheit wird, einmal bewusst zu lassen oder anders zu machen. So lässt sich am besten feststellen, ob es überhaupt noch nötig ist. Die Schokolade fehlt uns nicht. Wenn es allerdings Süßes zum Abendessen gibt, genieße ich es sehr.

    Ansonsten bin ich am Arbeiten und zwar an drei Büchern gleichzeitig, allerdings mit unterschiedlichen Deadlines. Also alles im grünen Bereich. Da ich selbstveröffentliche sind die Deadlines von mir gesetzt und es entsteht nicht zu viel Druck. Allerdings brauche ich für mich so einen Punkt, an dem es fertig sein soll. Hauptsächlich bin ich zur Zeit an einer belletristischen Geschichte mit dem Arbeitstitel „Fahrstuhl“ beschäftigt, der erste Entwurf soll bis zum 31.10. fertig sein. Dann kann er die Raunachtszeit schmoren und Viktor kann schon mal lesen und gucken wo ich Fehler habe.

    So, nun aber ans Werk … aber erst einmal Hände waschen. Gerade habe ich noch Sellerie kleingeschnitten und zum trocknen auf ein Backblech gelegt. Getrocknet lässt sie sich gut, also Würze verwenden.

  • Krimi,  Norwegische AutorInnen

    Dunkelschnee von Samuel Bjørk

    Auf einem Feld in Norwegen werden zwei tote Jungen entdeckt. Die Art wie sie getötet wurden und wie der Mörder sie arrangiert hat, erinnert an einen Fall, der sich acht Jahre zuvor in Schweden ereignet hat. Holger Munch, der Leiter einer speziellen Abteilung der Polizei Oslo ermittelt mit seinem Team, zu dem Mia Krüger kommt, frisch von der Polizeischule und hat das besondere Talent, Muster dort zu erkennen, wo andere sie nicht sehen.

    Es ist der erste Fall von Holger Munch und Mia Krüger, ein Prequel also, denn es gibt bereits 3 weitere Bände dieser Serie von Samuel Bjørk.

    Samuel Bjørk ist einer der Autoren, die ich sehr verdrießlich finde und dessen Erfolg ich nicht verstehen kann. Sicher, er schreibt sehr spannend und mitreißend, leider ist er aber kein guter Plotter. Seine Geschichten haben in der Regel mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Oft drängt sich der Gedanke auf, dass er eine Reihe guter Einfälle hat, diese irgendwie verknüpft und was sich nicht schlüssig erklären lässt, wird dann einfach unter den Tisch gekehrt oder mit einer fadenscheinigen Erklärung versehen. Als Leserin fühle ich mich da verarscht.

    Übersetzerin: Gabriele Haefs

  • Lesestoff,  Magie,  Persönliches,  Uncategorized,  Witchcraft

    36. Woche

    Heute kam die Printausgabe meines kleinen feinen Raunachtsbuch. Es ist sehr schön geworden und ich mag es gar nicht weglegen. Dabei weiß ich ja was drinnensteht.

    Und sonst? Neue Woche, neue Pläne und viel Spaß. Heute Morgen habe ich schon mal ein Fladenbrot gebacken. Wir haben noch einen Rest Zwiebelsuppe von gestern. Dazu das frische Brot, ein Fest.

    Was die Pläne betrifft, so habe ich neben einem Social Fantasy, noch Pläne für ein Tarot- und ein Jahreskreisbuch. Obiges umfasst ja nur sechs Wochen eines Jahres, da wäre also noch einiges mehr zu sagen.

    Sonst ist hier alles ruhig. Noch immer frühstücken wir draußen, doch es ist deutlich zu spüren, dass es nicht mehr lange dauert, bis es zu kalt hierfür wird. Samstag habe ich den Kompost umgeschichtet und Erde ausgesiebt, die demnächst als Dünger aufs Beet kommt. Die Vorbereitungen für den Winter laufen also bereits. Der Umzug verschiebt sich noch einmal, da doch noch etwas gerichtet werden muss, in der neuen Wohnung. Egal, irgendwie komme ich die paar Wochen auch noch hier klar. Obwohl mir natürlich die Heizsituation, besonders die Beschaffung von Heizmaterial Sorgen macht. Aber das geht ja wohl nicht nur mir so.

    Habt eine schöne Woche.

  • Einfach mal so

    Das ist aber nicht korrekt!

    Das ist aber nicht korrekt! Das gehört verboten! Sätze die man dieser Tage oft hört. Ein jeder und natürlich auch eine jede, scheint Befindlichkeiten zu pflegen und statt einfach mal damit zu leben, dass es andere Weltsichten gibt, das Menschen zu anderen Zeiten anderes gedacht und geschrieben haben, gar andere Begrifflichkeiten verwendet haben (was man übrigens Kindern sehr gut erklären kann), wird sich echauffiert und gefordert, dass das weg muss. Das Ravensburger Buch über den jungen Häuptling Winnetou interessiert mich persönlich nicht und ich gehöre zu denen, die Karl May nicht gerne gelesen haben, aber das bedeutet nicht, dass ich möchte, dass irgendwas, was mich nicht interessiert, mich verstört oder mir ein mulmiges Gefühl gibt, verschwinden muss. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass wir mit dieser Cancel Culture unseren Kommunikationsraum genau dort einengen wo er sich öffnen sollte. Dieses „mit dem oder der rede ich nicht, weil die über (zutreffendes bitte ergänzen) anders denkt als ich, verhindert den Austausch, verhindert Verständnis und verursacht Trennung statt Verbindung. Dabei wäre letzteres genau das, was wir brauchen, miteinander statt gegeneinander. Vor allem weil so vieles, was nicht „politisch korrekt“ ist, schlicht nicht zu Ende gedacht ist. Wenn wir so besorgt sind, dass indigene Völker beleidigt werden, weil sie auf gewisse Art in einem Buch dargestellt werden, dann sollten wir uns nicht an Begrifflichkeiten abarbeiten, die übrigens nicht gerade wenige Indianer, Zigeuner und so weiter, für sich selbst anwenden und uns mit unseren Sprachkaspereien schlicht für bescheuert halten, sondern dafür sorgen, dass es eben keine Randgruppen mehr sind, dass sie für das Unrecht, das sie in früheren Zeiten erleiden mussten, entsprechend entschädigt werden. Wenn diese Besorgnis so tief geht, dann sollten man den „Native Americans“ oder wie diese Woche der politisch korrekte Begriff ist, das Land zurück geben, das man ihnen gestohlen hat. Aber so weit geht es denn ja doch nicht!

    Was nun die Forderung betrifft, Bücher zu verbieten … Nun, das hatten wir doch schon mal. Mit dem Verbieten fängt es an und irgendwann brennen sie wieder. Wir haben doch immer soviel auf unsere Freiheit der Rede gegeben. Doch was passiert in letzter Zeit mehr und mehr? Einschränkungen, Redverbot, Zensur und Ausgrenzungen. Interessant vor allem: All das geschieht in man einfach nachplappert, was man gehört hat. Da wird eher darüber geurteilt, was über eine Person geschrieben oder gesagt wurde, als darüber, was diese tatsächlich geschrieben oder gesagt hat!

  • Einfach mal so,  Kreatives Schreiben,  Lesestoff,  Uncategorized

    Nu aber fertig!

    Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, nicht ganz dicht zu sein. Aber irgendwie hatte ich gestern, nachdem ich das E-Book hochgeladen hatte, ein wenig das Gefühl zwar fertig, aber eben nicht ganz fertig zu sein. Also habe ich heute morgen eine Print-Vorlage erstellt und in Auftrag gegeben. Im E-Publishop kann das Buch bereits bestellt werden, auf den anderen Plattformen, wird es wohl innerhalb der nächsten 10 Tage verfügbar sein.

    Raunächte mal anders – Karin Braun – Epubli-Shop

    Wo sich nun das richtig feritg Gefühl eingestellt hat, kann ich es mir gemütlich machen. Also mit anderen Worten, am nächsten Buch arbeiten.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

  • Kreatives Schreiben,  Lesestoff,  Magie

    Fertig!

    Es ist geschafft. Mein kleines, feines Raunachtsbuch, der etwas anderen Art, ist fertig. Gerade habe ich es hochgeladen, nun wird es von Tolino geprüft und in den nächsten Tagen dürfte es käuflich zu erwerben sein.

    Jetzt werde ich, zur Feier des Tages, früh Feierabend machen.