Vorarbeiten für den Herbst und das nächste Frühjahr

Terrasse mit Tisch und Stühlen, davor Zinkwannen und Pflanztöpfe

Unser Vermieter hat mir zwei Zinkwannen überlassen, in einer werde ich ein weiteres Kräuterbeet anlegen und in der anderen eher so saisonale Sachen. In die eine kommen also fürs erste Astern und so Herbstkram und in die andere Frühblüher. Tulpen habe ich ja reichlich auf dem Acker, aber mir schweben Narzissen und Ranukeln vor. Ich mag Ranukeln. Ach, ich freu mich. Gestern habe ich die Wanne auf den Holzbohlen unten mit getrockneten Pflanzenteilen ausgelegt, um so ein kleines Luftpolster zu schaffen. Die werden einige Zeit brauchen, bis sie verrotten.

Granitschale auf Zinkwanne und darauf ein Topf Basilikum. In der Granitschale ist Wasser und Steine, damit Insekten Wasser haben.

Heute morgen habe ich schon so einiges erledigt. Unter anderem ein Fladenbrot gebacken, das gibt es heute Abend mit Tomaten und Mozzarella. Da durch die Umpflanzarbeiten einiges an Untersetzern frei wird, habe ich in der Granitschale eine Insektentränke eingerichtet und damit die Summser:innen es auch schön haben, haben sie den Basilikum dazu bekommen.

Ich habe gerade große Freude daran in Haus und Hof herumdaddeln. Das war mir vor ein paar Wochen doch ein wenig verloren gegangen. Sowie auch die Begeisterung fürs Schreiben. Doch auch die ist wieder da. Ich schrieb ja bereits, dass ich noch mal von Vorne anfangen muss. Also einen Teil von dem, was ich habe, kann ich noch brauchen, aber halt nicht alles. Gerade habe ich mir in Obsisdan alles eingerichtet und diesmal werde ich lose Plotten und ich fürchte das Buch wird erst zu Frühjahr 2027 fertig werden. Dazu schreibe ich gleich noch in der Writresscorner.

Habt einen feinen Restsonntag.

Marmeladekochen

weiße Kachelwand, weißer Plüschuntersatz, darauf sieben Gläser mit Pfisichmarmelade.

So, dreiviertel der Pfirsiche, die wir gestern geschenkt bekommen haben, sind verarbeitet. Sieben Gläser Pfirsichmarmelade sind es geworden. Die kühlen nun aus und wandern dann in die Vorratsschrank. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn der gut gefüllt ist.

Das Marmeladekochen hat mich an die Sommer meiner Kindheit erinnert. Wir hatten einen riesigen Garten und lebten mit meiner Großmutter väterlicherseits in einem Haus. Wenn die Erntezeit begann, wurde eingekocht, was das Zeug hielt. Solange wir in der Schule waren, haben Mutter und Großmutter aus dem Garten geholt was reif war, wenn wir nach Hause gab es ein schnelles Mittagessen und danach wurden Bohnen gestrippelt, Kirschen entsteint, Birnen geschält und geviertel. In der Waschküche standen die Weckgläser zum Sterilisieren im Waschkessel und auf dem Herd stand ein Riesentopf in dem die befüllten Gläser kamen und durch einen geheimnisvollen Vorgang zu den leckeren Kram wurden, der uns durch den Winter brachte.

Eine weitere Aktion, doch eher zu den kühleren Herbsttagen hin war Schlachfest. Ein Schwein wurde gemeinsam mit den Nachbarn aufgezogen, auf dem Hof geschlachtet und jeder bekam eine Hälfte. Das wurde denn zerlegt und Portionsweise eingefroren, ein Viertel Rind wurde bei dem Bauern nebenan zugekauft und kam ebenfalls in die Truhe.

So, war es in meiner Kindheit. Vielleicht fällt es mir darum so schwer auf Fleisch zu verzichten. Dass, das Schwein, mit dem ich angeregte Unterhaltungen führte und das ich sehr mochte, eines Tages geschlachtet wurde und als Braten auf dem Teller endete, war einfach normal. Ähnlich verhielt es sich mit den Hühnern.

Als ich so 13 war endeten diese großen Einkochaktionen. Mein Dorf bekam eine S-Bahnstation und wurde zur Suburban. Also wurde gebaut und wir verkauften ein großes Stück unseres Gartens. Das alte Haus wurde umgebaut und damit waren der Waschkessel und das Einkochen Geschichte. Tiere hatten wir auch keine mehr, außer dem Dackel, doch dem wollte keiner mit Messer und Gabel zu leibe rücken.

Das war nun ein kleiner Trip down memory lane und alles nur, weil ich Pfirsichmarmelade gekocht habe.

Habt ein feines Wochenende

Zeit der Fülle

Kohlweißling an einer Eisenkrautblüte naschend

Nun ist es wieder warm, also nahezu heiß, aber noch nicht ganz so schlimm. Im Garten explodiert gerade alles. Nicht nur in unserem, der ja kein Nutzgarten ist. Jedenfalls nur sehr bedingt. Kräuter habe ich schon, aber ansonsten ist er eher als Augenfreude gedacht.

Pfirsiche in weißer Schale

Aber viele unserer Freunde und Bekannten haben große Gärten am Haus oder Schrebergärten und können oft nicht alles verarbeiten. Dani hat uns gerade Pfirsiche gebracht, ihr Baum hat dieses Jahr reichlich getragen. Was für eine Freude. Die kriegen wir so nicht alle weg, also werde ich morgen Marmelade kochen. Den Sommer in Gläser füllen, sozusagen. Das schöne ist, dass es auch immer ein feiner Austausch ist. Dani hat uns die Pfirsiche gebracht und ich konnte ihr Ableger von meinem Eisenkraut mitgeben. Alles im Fluss und in Verbindung halten, ist die Devise.

Wenn man nach 30 000 Wörtern merkt …

Gelb rotes Mauerwerk mit schwarzen Eisensprossen fenster.

Wenn man nach fast 30000 Wörtern merkt, dass die Geschichte so nicht funktionieren wird, kann einer das schon die Laune verhageln. Doch statt sich einzugestehen, dass genau das der Grund für die schlechte Laune ist, wird irgendwas konstruiert und wieder ist es dieses, ich muss ja unbedingt ein Einkommen aquirieren und der dauernde Geldmangel. Als wenn das jemals anders war. Ich bin Rentnerin! Also im Gegensatz zu vielen anderen Schreibenden, in einer recht priviligierten Situation. Denn ich muss nicht zwischen Job und Familie den Raum zum Schreiben finden. Ich habe sogar das Glück einen Partner zu haben, der mich unterstützt und mir den nötigen Raum gibt.

Roter Hintergrund, darauf ein schwarzes Notizheft mit einem Lamy Tintenroller.

Also habe ich mir ein neues Notizheft eingerichtet und nun steht alles auf Anfang. Es ist auch nicht so, dass ich gar nichts von dem, was ich bis jetzt habe, gebrauchen kann. Nur ist der Teil eher ein Nebenstrang oder sogar nur ein Teil davon.

eine Schale mit Eis, Erdbeeren und Sahne, sowie eine schwarzer Tonbecher mit Getreidekaffee.

Nachdem ich mir endlich eingestanden habe, wo das eigentliche Problem liegt, habe ich mir eine große Portion Vanilleeis mit Erdbeeren und Sahne gegönnt und eine feine Tasse Getreidekaffee. Nun bin ich wieder ruhiger und auch, wenn es mir immer noch schwer fällt zu akzeptieren, dass ich noch mal von vorne anfangen muss, ist mir die Alternative noch weniger genehm. Das wäre die Geschichte zur Seite zu legen und das kann und will ich nicht.

Berappeln

Im Hintergrund, ein Kochbuch, darauf ein Glas Bohnen-Orangen-Hummus.

So langsam wird es wieder mit mir. Aber ganz ehrlich, ich habe es satt, immer mal wieder in einem Loch zu landen und mich mühsam berappeln zu müssen. Besonders nervt dabei, dass ich sofort Appetit auf Sachen kriege, die mir nicht gut tun und die ich aus diversen Gründen nicht essen will. Gesundheitlich tut mir Fleisch nicht wohl, meinen Gelenken geht es viel besser, seit ich es weg lasse. Doch es kommt immer mal wieder eine Phase, wo mich die Fleischeslust überkommt. Meistens betrifft es Aufschnitt, Salami und so weiter. Das liegt auch daran, dass die veganen Ersatzprodukte mir nicht schmecken. Bei Brotaufstrichen ist es besonders schlimm. Als Fleischersatz mag ich eigentlich nur getrocknetes Sojafleisch. Gestern haben wir Funghi Pads probiert. Na ja, geht so. Aber nicht wirklich meines. Zumal ich mich hier auch wieder über die sehr aufwendige Verpackung ärgere. Zum Glück puzzele ich ja gerne in der Küche herum. Um ein wenig Vielfalt aufs Brot zu bringen, habe ich heute also einen Bohnen-Orangen-Hummus geschreddert. Den wird es am WE, es soll ja heiß werden, mit Rohkost und Fladenbrot geben und zum Frühstück auf Brot mit Tomaten.

Kamillenblüten mit einer Wespe darauf.

Ansonsten lasse ich es zur Zeit recht ruhig angehen. Lesen, Stricken, in der Küche Puzzeln und Fotografieren. Damit kriegt man den Tag auch fein herum. Doch nun ist Feierabend. Ich werde mich ein wenig nach draußen setzen, heute gibt es Erdbeeren mit Eis zu Mittag.

Feuchte Runde

Zwei weiße Blüten, eine mit Hummel

Das idealste Wetter war es wirklich nicht, um eine Runde durch den Botanischen Garten zu drehen. Doch mir war nach Outdoor Aktivität und ein bisschen Regen schadet ja nicht. Es war trotzdem schön, auch wenn ich nicht ganz so lange geblieben bin wie sonst. Da der Bus in die Richtung kaum 5 Minuten von hier fährt und quasi direkt am Botanischen Garten hält, ist es kein Problem, noch einmal hin zufahren.

Ein Glasgewächshaus, davor ein Beet mit gelben und weißen Pflanzen, so wie eine Stahlinstallation die eine Wippe mit einer weiblichen Figur auf der einen und einer männlichen auf der anderen Seite darstellt.

Auf dem Rückweg war ich denn noch einkaufen. Heute soll es Kartoffelmus mit Champignon Zwiebel Gemüse und Funghi Pads geben. Letztere hatten wir noch nie, ich werde berichten, ob es als weitere Fleischalternative taugt.

Seit ich mich entschiedene habe, einfach mal zu akzeptieren, dass die Dinge sind wie sie sind, geht es mir besser. Nicht gut, aber besser. Das ist doch schon mal was.

Alles auf Anfang

Meeresspinne im Aquarium mit Amphore

Nachdem es mich – genauer gesagt: ich mich – die letzten Wochen und Tage sehr gebeutelt habe, hat mir der gestrige Tag am Wasser und im Fischmuseum (Geomar Aquarium an der Kiellinie) sehr gut getan, alles wieder in eine einigermaßen Perspektive zu rücken. Akzeptieren, dass etwas nicht geht, war noch nie so wirlich meines. Doch da sich meine gesundheitliche Situation die letzten Jahre nicht verbessert hat, sind halt auch die Möglichkeiten eingeschränkter. Das habe ich oft genug ignoriert und jedes Mal einen sehr hohen Preis dafür gezahlt. Nachdem ich gestern einige Zeit mit dem Therapie-Rochen verbracht habe, dachte ich mir: „Lass dich doch einfach mal treiben. Mach dir nicht dauernd Druck, etwas zu tun“. Eigentlich sollte ich schon lange davon absein, zu glauben, ich müsse meinen Wert beweisen, in dem ich unbedingt was tue.

Brotlaib auf Kuchengitter

Das heißt natürlich nicht, dass ich nun so gar nichts mehr machen werde. Aber in meinem Tempo und nicht unter dem Aspekt, wieviel Einkommen es bringen könnte. Heute habe ich die Geschichten für die Anthologie sortiert und ein Brot gebacken. Das muss reichen. Es ist übrigens ein Dinkel-Buchweizen-Weizenbrot mit Haselnüssen.

Aufgeschobene Pläne

Raddampfer Freya auf der Kieler Förde, beim Einlaufen

Nachdem ich mich Tage gemopst und Pläne geschmiedet und verworfen habe, habe ich mir einen Spaziergang am Wasser gegönnt, um meinen Kopf und meine Laune klar zu kriegen. Ich muss anscheinend akzeptieren, dass es für mich keine Unabhängigkeit vom Amt geben wird. Ob das Schreiben oder das Tarot, nichts wird genug einbringen. Wieder Beratungen anzubieten, hatte ich ernsthaft erwogen, doch ich erinnere mich auch, wo es das letzte Mal geendet ist. In einem Totalzusammenbruch! Damals habe ich mir geschworen, nie wieder Tarotberatungen zu machen, wenn es bedeutet, dass ich auf das Geld angewiesen bin. Das ging damals nicht gut, weil ich oft genug Termine angenommen habe, wenn ich wusste, dass es über meine Kräfte gehen wird. Die andere Sache ist, dass sich soviel verändert hat in dem Bereich. Immer mehr findet im Netz statt und das ist nicht meines. Überhaupt richte ich mir gerade ein sehr viel analogeres Leben ein. Sicher, ich werde weiter bloggen, doch meine Socialmedia Präsenz wird sich auf Buchvorstellungen und so reduzieren.

Nagelrochen der an der Wasseroberfläche dümpelt.

Der Spaziergang und das Meditieren mit dem Nadelrochten hat mir sehr gut getan. Irgendwie wurde mir auf einmal klar, dass ich mich nicht schuldig fühlen muss, weil ich nicht so belastbar bin wie viele andere. Wenn ich gut aufpasse, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten, geht es mir sogar recht gut. Doch ein Schritt über die Linie und das war es. Auch die Idee mit einem Bücherpodcast habe ich verworfen. Wie gesagt, mein Leben wird analoger.

Habt einen schönen Restsonntag.

Nicht mein übliches charmantes, zuversichtliches Selbst dieser Tage

Wie es scheint habe ich ein wenig die Orientierung verloren. Wieder einmal kommen sich meine vielen Interessen, plus dem Wunsch vom Amte unabhängig zu werden, in die Quere. Denn ehrlich gesagt weiß ich nicht wie. Es ist wieder so eine Zeit in der alles was ich anfange blockiert. Bevor ich also noch weiter mit Volldampf in die falsche Richtig weiterlaufe, werde ich mal tief durchatmen und ein wenig Pause machen.

Meine Tageskarte kommt dazu ausgesprochen passend. Es ist an der Zeit, sich in die Vogelperspektive zu begeben und nüchtern auf das zu schauen, was ist, welche Möglichkeiten in der Nähe sein könnten und wie realistisch die sind. Sollte man ja eh immer mal machen. Von oben betrachtet sieht manches gleich viel klarer aus. Ich fürchte nur, dass das was ich sehen werde, mir nicht unbedingt gefällt, aber eher ich weiter in die falsche Richtung laufe …

Genervt

Seit einigen Tagen bin ich nur noch knarschig. Zum einem liegt es daran, dass ich nicht so richtig weiß wie ich weitermachen soll. Nicht nur beruflich, sondern insgesamt. Es stockt gerade überall. Funktioniert etwas endlich einmal, blockiere ich mich zum Teil selbst. Gesundheitlich bin ich reichlich angeschlagen, Kreislaufprobleme, geschwollene Arme und was nicht noch alles. Meine arthorsebedingten Schmerzen sind besser, seit ich auf Fleisch verzichte, doch prompt kriege ich wieder Appetit auf Wurst und so einen Kram.

Das komische ist, dass es wirklich nur um Wurst und Schinken zum Frühstück geht. Hauptmahlzeiten, wie das Gulasch auf dem Foto koche ich schon lange vegan oder vegetarisch. Da stellt sich schon gar nicht mehr die Frage, ob es mit oder ohne Fleisch bereitet wird. Nur meine Frühstückssalami vermisse ich, trotz leckerer selbstgemachter Brotaufstriche. Diesmal will ich es aber durchhalten, denn es hat ja keinen Zweck wieder mit Schmerzen rumzulaufen. Besser gesagt, zu humpeln.

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