Norwegische AutorInnen,  Roman

Kristin Lavranstochter – Das Kreuz von Sigrid Undset

Der Kröner Verlag hat sich Sigrid Undsets Meisterwerk angenommen und es von Gabriele Haefs neu übersetzen lassen. Das Buch erschien nun, wie schon bei der Erstveröffentlichung in 3 Bänden. Das Kreuz ist der 3. Teil. Die Geschichte spielt im 14. Jahrhundert in Norwegen.

Teil 1: Der Kranz: Kristin Lavranstochter ertrotzt sich die Ehe mit Erlend Nikolausson, einem Ritter, der nicht gerade vor Ehrenhaftigkeit strotzt. Sie bricht ihr Verlöbnis mit Simon Darre, der ihr trotzdem freundschaftlich verbunden bleibt.

Teil 2: Die Frau: Kristin und Erlend leben nun auf Erlends Hof Husaby. Die Ehe der Beiden ist kein Tanz auf Rosen. Kristin sieht sich mit dem Haushalt eines großen Hofes, den illegetimen Kindern ihres Mannes aus einer früheren Beziehung und Erlends Unruhe, sowie einer Schwangerschaft nach der nächsten, überfordert. Schließlich wird Erlend des Landesverrats angeklagt. Simon Darre hilft den Beiden.

Teil 3: Das Kreuz: Nachdem Erlend dem Galgen entkommen ist, werden ihm das meiste seines Besitzes und seine Titel genommen. Die Familie lebt nun auf dem Jorundshof, Kristins Erbhof. In der Nachbarschaft sind sie nicht wohlgelitten. Erlend gilt als hochmütig und niemand hat Kristin verziehen was sie ihren Eltern zugemutet hat, um den Mann ihrer Wahl zu bekommen. Dazu kommt, Erlend ist kein Bauer und auch die meisten der 7 Söhne der Beiden, zeigen nicht viel Talent für die Leitung eines großen Hofes. Erlend schafft es schließlich auch sich mit dem letzten wohlgesinnten Menschen im Ort, Simon Darre, Kristins Exverlobten und Gatte von Kristins Schwester, zu überwerfen. Auch die Streitereien zwischen den Eheleuten nehmen zu und gehen schließlich so weit, dass Erlend den Jorundshof verläßt und sich auf seinen letzverbliebenen Besitz zurückzieht. Es gibt Versöhnungsversuche, doch erst als es üble Gerüchte um Kristin gibt, kommt Erlend zurück. Er stirbt im Kampf und Kristin lebt als Witwe auf dem Hof, der nun von einem der jüngeren Söhne geführt wird. Ihre anderen Kinder sind gestorben oder in die Welt hinausgezogen. Als Gaute, der nun Hofherr ist, heiratet, verlässt Kristin den Hof und zieht als Pfründnerin in ein Kloster. Denn kommt die Pest.

So die Handlung im Groben. Sigrid Undset erhielt 1928 für Kristin Lavranstochter den Literaturnobelpreis und wenn dieser jemals zu Recht vergeben wurde, denn in diesem Fall. Leben im 14. Jahrhundert, historische Fakten, Mode, Alltags, Kirchenrecht und lebendige Charaktere werden von der Autorin so geschickt verknüpft, dass man beim Lesen komplett versinkt und Zeit und Raum sich auflösen.

Dabei ist es nicht so, dass die Protagonistin dieses Werkes eine ist, die man bedingungslos mag. Meiner Meinung nach hat Sigrid Undset da eine ausgesprochen zickige Heldin geschaffen, die man, ebenso, wie ihren Erlend, so dann und wann einfach schütteln möchte. Doch genau das macht auch den Reiz aus. Es gibt kein „… und sie lebten glücklich und in Freuden“, nur ein „sie lebten“.

Gabriele Haefs Übersetzung ist so großartig, dass man vergisst, dass das Buch ursprünglich nicht in deutscher Sprache geschrieben wurde.

Kristin Lavranstocher – Das Kreuz, ISBN 978-3-520-62301-0, Preis 27,00 €

Karin Braun, Autorin, Herausgeberin, Literaturbloggerin - kurz, sie macht was mit Worten … und mit Fotos ... und mit Tarot.

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