-
Soziale oder A-soziale Media?

Bild von Gino Crescoli auf Pixabay Diese Frage treibt mich seit einiger Zeit herum. Es ist ja bekannt, dass ich Rezensionen schreibe und natürlich will ich, dass diese gelesen und die Bücher gekauft werden. Auch meine Bücher möchte ich sichtbar machen. Doch wie, wenn man kein Geld für Werbung hat? Sagt man das, heißt es immer, aber über Facebook, Insta und so sollte es doch möglich sein. In gewisser Weise stimmt es auch, aber eben nur in sehr gewisser Weise. Dieses Sichtbar machen ist mit einigen Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. Denn die Netzwerke sind übrflutet mit Content. Wenn man eine große Reichweite erlangen will, ist man rund um die Uhr damit beschäftigt zu netzwerken und kommt sicher nicht mehr zum Lesen und Schreiben. Nützlich ist dieses emsige Herumturnen dort nur für die Betreiber, deren Werbeeinnahmen und Datenkraken. Ich muss gestehen, dass ich auch nicht selten sehr angenervt von diesen Plattformen bin. Ich bin auf Facebook und Instagram aktiv, doch ehrlich gesagt, frage ich mich immer öfter: Warum? Ja klar, wegen der Bücher. Also hauptsächlich wegen der Rezensionen. Privat hätte ich es schon lange gelassen. Was meine eigenen Bücher betrifft, so gehen die im Gewühl dort eh unter. Tore und Wölfe zum Beipsiel, neun Monate habe ich daran gearbeitet und verkauft sind 25 Exemplare. Also kann man mein Schreiben in dem Bereich wohl bestenfalls als Hobby bezeichnen.
All diese Kritik hält mich aber nicht davon ab, mir neue Portale anzugucken. So habe ich es mit Substack versucht … und es wieder gelassen. Denn es überfordert mich. Es geht dort anscheinend nicht, wie ich gehofft hatte, um Inhalte, sondern vermehrt darum, wie man eine hübsche Verpackung um irgendwas wickelt und in die Welt hinaus dröhnt. Dazu bekommt man sehr viel Post von Substack, man solle doch mal endlich einen Podcast oder ein Video machen, das würde die Reichweite deutlich vergrößern. Ich will aber schreiben und nicht podcasten oder Videos aufnehmen. Beides ist mit sehr viel Arbeit verbunden und, wenn es gut werden soll, braucht es eine Menge Equipment.
Ein weiteres Ding ist die Sache mit der Cloud. Mein Schreibrechner läuft auf Windows und prompt hatte ich auch Onedrive. Gut, dass habe ich gleich wieder rausgeschmissen und dafür Nextcloud eingesetzt, da das sowohl auf Windows, als auch auf Linux läuft. Allerdings fragte ich mich auch da sehr bald, ob das sein muss. Brauche ich wirklich einen Clouddienst? Auch wenn es ein dezentraler ist und nicht von den großen Techkonzernen abhängig. Nee brauche ich nicht. Eine zweite Festplatte reicht völlig. Also habe ich auch das wieder desinstalliert. Natürlich macht Cloud alles so viel einfacher und dabei vergisst man gerne, welche Mengen Energie die Server verbrauchen.
Der Auslöser für diesen Artikel ist das Cloudgemuschel gewesen und die Frage: Muss es immer online sein? Geht es nicht ein wenig analoger? Verbinden uns diese Plattformen wirklich miteinander oder vermitteln sie uns nur die Illusion von Verbundenheit?
Die Internetaktivität, die mir noch immer Spaß macht, ist das Bloggen. Das werde ich auch beibehalten, Facebook und Insta auch, solange ich noch Bücher bespreche. Was zumindest dieses Jahr noch der Fall sein wird.


