Mal so,  Schreiben

Prokrastinieren durch Möbelrücken

Gestern überkam es mich. Dort wo jetzt dieses feine alte Küffenbuffett steht, stand voher ein Stahlregal, in dem es immer, egal wie oft ich es aufgeräumt habe, rumpelig aussah. Das wollte ich schon lange austauschen, fand nur nicht passendes oder wenn, denn in einer Preislage, die ich mir nicht leisten kann. In Viktors Wohnung stand schon lange das Küchenbuffett auf dem Foto, nur stand es neben einem weiteren Schrankteil, von dem ich immer glaube, dass es fest an den Schrank montiert wäre. Damit wäre es für den Platz zu breit gewesen. Doch es zeigte sich, dass man die Schränke trennen kann. Da sind wir nur nie drauf gekommen. Wieso wir gestern erleuchtet wurden, keine Ahnung. Aber ich habe sofort gesagt: Wohl an, lass uns zur Tat schreiten. Wenn wir uns solange Gedanken machen, mit wieviel Ungemach es verbunden ist, wird es nie was. Es war tatsächlich einiges an Ackerei, da der Schrank aus Holz ist und wir ihn ein vom Hochpaterre ins Paterre schleppen mussten, mal ganz abgesehen vom Ausräumen, die Ecke saubermachen, in die er sollte und alles wieder einräumen. Auch wollte ich dem Teil noch eine Leinölkur verpassen, bevor es auf den endgültigen Platz kam. Dann noch alles einräumen und bumms war der Tag um, ohne dass ich zu irgendetwas anderem gekommen wäre.

Auch wenn ich gestern nicht an meiner Geschichte gearbeitet habe, ganz zu schweigen davon, dass ich nicht zu der Rezension gekommen bin, die ich eigentlich schreiben wollte, bin ich glücklich ins Bett gesunken. Ich freue mich so, dass wir das Regalproblem so lösen konnten, ohne etwas Neues kaufen zu müssen. Nicht nur, weil wir wenig Geld haben, sondern auch, weil ich alte Möbel mag. Ich denke, der Schrank ist aus den 50er Jahren. Mein Küchentisch ist noch älter. Die meisten meiner Möbel stammen aus Erbschaften oder vom Sperrmüll und mir gefällt es mit Sachen zu leben, die eine Geschichte habe. Besser gesagt eine, die länger ist, als Fabrik, Geschäft, Lieferwagen, Wohnung, Sperrmüll. Die meisten Teile, die es zu einem erschwinglichen Preis gegeben hätte, hätten sicher keine 70 Jahre gehalten. Als ich mich umsah, was so zu haben ist, hat mich sehr erstaunt, dass nahezu überall ein Weinregal standardmäßig mit dabei war. Wozu soll das gut sein? Wer so etwas braucht, kann es sich doch lose kaufen, die gibt es doch in allen Abmessungen. Für mich wäre es nur Platzverschwendung.

Heute habe ich die sechs Kapitel, die ich bereits habe, überarbeitet und schon mal angeglichen, wo sich was verändert hat. Gleich muss ich kurz einkaufen und dann gehe ich die Rezension an.

Mein Name ist Karin Braun, lebe in Kiel, arbeite als Autorin, Herausgeberin, Literatourbloggerin und Übersetzerin - also kurz: ich mach was mit Worten.

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