
Nee, die beste aller Wochen war es nicht. Abgesehen von den Nachrichten und täglichen Beleidigungen des aktuellen Kanzlerdarstellers, war auch so einiges los. Unter anderem erfuhren wir, das Viktor nicht krankenversichert ist, weil das Amt den Beitrag nicht überwiesen hat. Gut, das wird sich nun klären, aber hätten er nicht die Bewilligung für neue Sützstrümpfe gebraucht, hätten wir es wahrscheinlich erst in einem Notfall erfahren. War ja nicht so, dass von irgendeiner Seite irgendeine Benachrichtigungen kam. Auch auf seinen Widerspruch bezüglich der Kürzung seiner Heizkosten vor fast acht Wochen. Keine Antwort! Ich habe es so satt, dieses Aussitzen und vor allem, die Gleichgültigkeit.
Neulich meinte ein Bekannter, ich hätte ja an eine Altersvorsorge denken können, als ich noch jung war, aber ich hätte mich ja lieber ausgeruht. Klar doch, diverse Nebenjobs, Selbstständigkeit, über zehn Jahre die Pflege meines fast blinden Schwiegervaters und meiner parkinsonkranken und dementen Schwiegermutter aus erster Ehe, waren ein Spaziergang. Daneben denn noch Tarotberatungen, Kind, Haus und Garten. Mal ganz abgesehen von meinen eigenen Maleschen, schlecht bezahlter Jobs und ein nicht gerade üppiges Einkommen, aus der Selbstständigkeit. Peace of Cake! Da war doch sicher noch genug übrig, um so richtig was anzusparen! Ach ganz vergessen habe ich die ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie Schreibkurse für Migrant:innen, Arbeitslosen-Beratung und das Organisieren eines Literarischen Salons in Gaarden. Alles hochgelobt, aber wenn ich mal gefragt habe, wie es denn mit Bezahlung aussieht, kam die Antwort: Dafür ist kein Geld vorgesehen oder noch besser: Du wirst doch vom Jobcenter bezahlt. Ja, ich hab mir richtig einen Lenz gemacht. Hierbei habe ich noch gar nicht die Jahre erwähnt, die ich mit Burnout, Depression und bipolarer Störung zu tun hatte, folglich gar nicht in der Lage war einen Vollzeitjob zu machen.
Alles in allem bekomme ich also 422,00 € Rente plus 40,00 € durch die Hausmeisterei hier und den Rest vom Amt. Gesamt 931,00 €! Der Zuverdienst über das Veröffentlichen, ist übrigens so gering, dass ich erwäge zukünftig nur noch E-Books zu machen und die frei zur Verfügung zu stellen. Wie lange es die Grundsicherung noch gibt? Who knows! Allmählich halte ich es durchaus für möglich, dass sich die Grundsicherung bald erledigt haben wird. Wirklich Teilhabe ist damit nicht wirklich möglich, zumindest wenn man auf eine gesunde Ernährung Wert legt! Nutzlose und Nutzlos:innen, wie ich, müssen sich dann entscheiden, ob sie wohnen oder essen! Beides wird wohl nicht mehr möglich sein.
Bis jetzt bin ich immer noch irgendwie zurecht gekommen, doch so langsam wird es eng und enger. Dabei habe ich noch Glück, dass ich nicht all zu luxuriös veranlagt bin. Bücher sind meine Achillesferse, doch nur 20 % ungefähr kaufe ich selbst. Der Rest: Rezensionsexemplare, Bücherschrank, Austausch mit Freunden.
Gestern nachmittag war ich so verzweifelt, dass ich mich ins Bett verzogen habe. Das mache ich sonst nie! Nun gut, jammern nützt nichts. Konstruktiv werden und ein eigenes Einkommen aquirieren wäre fein, aber anscheinend verfüge ich über kein Talent dazu. Dabei ist es noch einmal viel. Ungefähr 700,00 € müsste ich netto zuverdienen, damit wäre sogar mal Luft für eine kleine Reise, mal ins Theater oder mal essen gehen. Doch wie ich das anstellen soll? Keine Ahnung!
ach umarm
es kann einer wirklich den hals zuschnüren
umarm zurück. An manchen Tagen habe ich wirklich das Gefühl zu ersticken.
Ich habe gerade gelesen, dass der Iran- Krieg die Existenz von Millionen von Menschen bedroht, weltweit. Es ist weit gekommen. Nach der Wende wusste ich, dass nichts gut ist und auch nichts gut wird, in meinem Leben nicht und auch in dem vieler anderer. Dass es so schlimm wird, glaubte ich nicht.
Mir geht es wie dir. Meine Rente ist nicht hoch und so geht es hier vielen. Ich lebe sehr bescheiden und komme auch zurecht, aber das Wenige wird einem auch immenr mehr abgesprochen, bei ständig steigenden Ausgaben.
Die Welt kann ich nicht mehr retten, aber mich um Nachbarn und Freunde kümmern schon und auch beim Nabu etwas für die Umwelt tun.
Bisher ist mir immer etwas eingefallen und ich hoffe, dass das so bleibt. Im Moment bin ich wieder mit meinen Heilkräutern beschäftigt. Das spart so manchen Gang in die Apotheke.
Liebe Grüße an dich und Viktor.
Ja, bis dato haben wir unsauch immer einigermaßen durchgewurstelt. Doch es wird enger und enger. Das ist bedrückend und nicht gerade kreativitätsfördernd.