Altes verstaubtes Sprossenfenster, über das orangene Blüten wachsen.
Kräuter,  Mal so,  Nachdenklich

Der Garten und das Schreiben

Zinkwanne mit Setzlingen von Ringelblume, Löwenmaul, Kapuzinerkresse und Thymian.

Heute Morgen habe ich die erste Wanne bepflanzt. Zum Glück stehe ich zur Zeit sehr früh auf und da dachte ich. Die Gelegenheit ist günstig. Es sind alles Pflanzen, die ich auf dem Beet hatte, die dort aber zu eng standen und, hätte ich die Wanne nicht bekommen, in Töpfe gewandert wären.

Thymian, Zitronenmelisse, Minze und Eisenkraut hängen kopfüber am Wäscheständer zum Trocknen.

Auch die ersten Teekräuter habe ich bereits geerntet. Fast ein wenig spät. Aber nun ja, ich bin nicht wirklich perfekt im Gärtnern. Wird aber mit jedem Jahr besser. Mit den Teekräutern geht es nachher weiter. In drei Wochen kommen diw Kinder und die sollen schon mal, die erste Mischung mitbekommen.

Altes verstaubtes Sprossenfenster, über das orangene Blüten wachsen.

Trotz der Wärme und was politisch so los ist, erlebe ich gerade eine schöne Zeit. Das hat auch viel mit dem Garten zu tun. Beim Herumpuzzeln, Planen und Fotografieren komme ich zur Ruhe. Hier kann ich durchatmen, mich mit dem Verbinden was wichtig ist und komme so mit dem Wahnsinn der Welt besser zurecht. Es ist auch interessant, wie das in der Erde buddeln, die Finger schmutzig kriegen und so, mit dem Schreiben beeinflusst. Wenn ich hänge kann ich hier sortieren.

Morgens setze ich mich mit einem Kaffee und den Tarotkarten nach draußen und nachdem ich meine Tageskarten gezogen habe, meditiere ich ein wenig darüber und schreibe mein Tagebuch. Es sind nicht die großen Rituale, sondern eher die täglichen kleinen Zeiträume, in denen ich mir meine Verbindung zu allem um mich herum bewusst mache.

Mein Name ist Karin Braun, lebe in Kiel, arbeite als Autorin, Herausgeberin, Literatourbloggerin und Übersetzerin - also kurz: ich mach was mit Worten ... und mit Fotos ... und mit Wolle ... ach ja, ich koche auch gern

2 Kommentare

  • Birgit

    wo du es gerade schreibst – gestern habe ich ein kurzes video von thich nhat hanh gesehen in dem es gerade darum ging – unglückliche menschen die diese kleinen freuden nicht erleben
    und ich hab gedacht ich mag diesen sommer weil ich nicht ins büro muss und hier am stadtrand lebe
    und diese kleinen sachen sind das was diese zeit lebbar macht
    weil gesamtgesellschaftlich gesehen ist eher der griff nach einem stabilen strick …
    die kinder sind im urlaub und ich versorge luftentfeuchter ( 2x täglich leeren ) acht tomaten pflanzen ( 1x täglich jede eine 5 liter kanne wasser ) kater ( 2x täglich trockenfutter und ein bisschen anderes – wenn er allein ist ißt er nicht viel ) neuen rasen und blumen rabatte ( 1x täglich wässern )
    zusätzliche alzheimer prophylaxe und fitnesstraining treppensteigen und unterm rollo durchkriechen mit gießkanne und pfadfinder durch kassels baustellen
    und dreimal die woche fitnessstudio
    endlich gibt meine hüfte ihren widerstand auf und akzeptiert die neue haltung
    das mit kaffee und tarot karten sollte ich auchmal probieren – derzeit stehen die karten ganz hinten an
    allerliebste grüße und umarm

    • Karin Braun

      Die Menschen, die nicht in der lange sind, die kleinen Freuden zu genießen, finden sie auch nicht wirklich in der Ferne. Eine meiner früheren Freundin zum Beispiel, musste immer wohin. Im FRühling zwei Stunden mit dem Auto nach Heide, weil es dort in einer Anlage die Krokusse so schön blühten. Krokusse in Hülle und Fülle, hätte sie auch in 10 Minuten Fußweg von ihrer Wohnung begucken können. Doch von denen stand ja nichts in der Zeitung. Oder Museumsnacht, da musste so viel wie möglich abgeklappert werden. Hauptsache dabei sein, hauptsache was tun.
      Du bist ein sehr fleißiges Birgitchen. 🙂 Mein Sport ist zur Zeit das Bücken im Garten. 🙂 Alles Liebe

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