Gedöns
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Ein Hauch von Herbst

Dass die Blätter am Holunder lansam gelb werden und die Beeren reif, habe ich schon vor einigen Tagenzur Kenntnis genommen. Aber heute Morgen habe ich ihn richtig gespürt, den ersten Hauch des Herbstes, diese besondere Kühle am Morgen, die deutlich zeigt, auch wenn es ein sonniger und heißer Tage wird, es geht auf die kältere Jahreszeit zu. Es wird bereits deutlich früher dunkler. Ehrlich gesagt mag ich es. Denn Sommer ist im Großen und Ganzen nicht meine Zeit. Frühling gerne, Herbst und Winter auch, aber Dauerblauhimmel und strahlender Sonnenschein, nee danke. Gut, davon hatten wir diesen Sommer auch nicht viel.

Ein wenig dauert es noch, bis sie richtig reif sind. Dann werde ich welche Pflücken und Saft kochen. Den brauche ich nicht nur für eventuelle Erkältungen, sondern auch für Don’t fly Drunk, das Dessert, das es meistens zu Samhain bei uns gibt. Rezept schreibe ich gesondert auf, aber es ist auch im Jahreskreisbuch vorhanden.

Heute war wieder Brotbacktag. Diesmal ist es ein Schwarzkümmel-Sesambrot mit Ahornsirup-Cayenne-Kruste geworden. Habe ich so das erste Mal ausprobiert. Der Teig ist eine Mischund aus Weizenvollmehl und 550er, Hefe, Salz und Wasser.
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Behaglich zu Hause – Aber du musst doch mal raus!

Ich gebe es zu: Ich mag es behaglich! Kerzenlicht, Wolle, Bücher, der Garten und mein gemütliches Bett. Sicher, ich gehe auch gerne spazieren oder treffe mich so dann und wann mit Freunden, aber ich gehöre nicht zu denen, die permanent etwas machen müssen.
Im Gegensatz zu den meisten in meinem Bekanntenkreis, verbringe ich viel Zeit zu Hause und pütschere so vor mich hin. Komischerweise werde ich immer wieder gefragt, ob ich denn nicht das Gefühl habe etwas zu verpassen. Nee, habe ich nicht! Im Gegenteil, ich nehme sehr intensiv wahr, was um mich herum geschieht.

Vielleicht vermisse ich das Außen nicht so sehr, weil ich ja oft genug in anderen Gefilden unterwegs bin. Einmal durch das Schamanische Reisen, aber eben auch durch das Schreiben.
Eine Freundin meinte neulich, ich würde nur nicht rausgehen, weil ich halt so nerdig wäre. Das kann natürlich sein, aber ich sehe auch keinen Sinn darin dauernd irgendwo hin zu eilen. Krokussblütenfest in Heide, Public Viewing von La Traviata und fürs Wochenende mal eben an die Nordsee. Das ist anstrengend! Besagte Freundin meint, ich müsse mich einfach mal überwinden. Doch warum sollte ich? Besser gesagt, würde ich vielleicht auch, wenn mir etwas fehlte. Was es ja aber nicht tut.
Ich finde es übrigens sehr spannend, dass mir, und anderen die ähnlich drauf sind, gerne mal gesagt wird, dass sie sich einfach aufmachen müssen, unter Leute gehen. Dass es nicht normal ist, so viel für sich zu sein! Ich empfinde das als übergriffig. Ich sage solch emsigen Leuten, mit Hummeln im Mors, doch auch nicht, dass sie einfach mal mit dem Hintern zu Hause bleiben und sich für eine Weile selbst aushalten sollen.