Einkochen

  • weiße Kachelwand, weißer Plüschuntersatz, darauf sieben Gläser mit Pfisichmarmelade.

    Marmeladekochen

    weiße Kachelwand, weißer Plüschuntersatz, darauf sieben Gläser mit Pfisichmarmelade.

    So, dreiviertel der Pfirsiche, die wir gestern geschenkt bekommen haben, sind verarbeitet. Sieben Gläser Pfirsichmarmelade sind es geworden. Die kühlen nun aus und wandern dann in die Vorratsschrank. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn der gut gefüllt ist.

    Das Marmeladekochen hat mich an die Sommer meiner Kindheit erinnert. Wir hatten einen riesigen Garten und lebten mit meiner Großmutter väterlicherseits in einem Haus. Wenn die Erntezeit begann, wurde eingekocht, was das Zeug hielt. Solange wir in der Schule waren, haben Mutter und Großmutter aus dem Garten geholt was reif war, wenn wir nach Hause gab es ein schnelles Mittagessen und danach wurden Bohnen gestrippelt, Kirschen entsteint, Birnen geschält und geviertel. In der Waschküche standen die Weckgläser zum Sterilisieren im Waschkessel und auf dem Herd stand ein Riesentopf in dem die befüllten Gläser kamen und durch einen geheimnisvollen Vorgang zu den leckeren Kram wurden, der uns durch den Winter brachte.

    Eine weitere Aktion, doch eher zu den kühleren Herbsttagen hin war Schlachfest. Ein Schwein wurde gemeinsam mit den Nachbarn aufgezogen, auf dem Hof geschlachtet und jeder bekam eine Hälfte. Das wurde denn zerlegt und Portionsweise eingefroren, ein Viertel Rind wurde bei dem Bauern nebenan zugekauft und kam ebenfalls in die Truhe.

    So, war es in meiner Kindheit. Vielleicht fällt es mir darum so schwer auf Fleisch zu verzichten. Dass, das Schwein, mit dem ich angeregte Unterhaltungen führte und das ich sehr mochte, eines Tages geschlachtet wurde und als Braten auf dem Teller endete, war einfach normal. Ähnlich verhielt es sich mit den Hühnern.

    Als ich so 13 war endeten diese großen Einkochaktionen. Mein Dorf bekam eine S-Bahnstation und wurde zur Suburban. Also wurde gebaut und wir verkauften ein großes Stück unseres Gartens. Das alte Haus wurde umgebaut und damit waren der Waschkessel und das Einkochen Geschichte. Tiere hatten wir auch keine mehr, außer dem Dackel, doch dem wollte keiner mit Messer und Gabel zu leibe rücken.

    Das war nun ein kleiner Trip down memory lane und alles nur, weil ich Pfirsichmarmelade gekocht habe.

    Habt ein feines Wochenende