Bisschen neben de Schuh

Es ist gerade so einiges los im Karinversum. Meine ältere Enkelin ist am Freitag nach Kolumbien geflogen, wo sie nun für ein Jahr bleiben wird. Selena hat oft Zeit hier in Kiel verbracht. In den Ferien war sie viel hier und wir hatten immer viel Freude aneinander. Ich freue mich total, dass sie die Möglichkeit hat, ein ganzes Jahr auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Kultur zu verbringen … und doch bin ich dauernd am heulen, weil ich das Kind Selena vermisse. Dabei ist das schon lange der jungen Frau gewichen und ob in Kolumbien oder hier, das Kind, dass bei Oma auf der Matraze am Fußende schläft, gibt es schon einige Zeit nicht mehr. Also eigentlich Blödsinn, dass ich herumjammere. Komischerweise hatte ich solche Anwandlungen nicht, als meine Tochter nach ihrer Ausbildung nach Frankreich ging und wir uns fünf Jahre lang nur selten sahen.

Viktor ging mein Gejammere schließlich so auf die Nerven, dass er beschloss, es ist Zeit für Trostessen. Also hat er Vanilleeis gekauft und Sahne geschlagen. Ich habe mir eine Banane dazu kleingeschnitten, Zartbitter Schokolade geraspelt und alle mit meiner selbstgekochten Holunder-Apfel-Sauce vom letzten Jahr überträufelt. Übrigens, wenn es so etwas bei uns gibt, denn nicht Zwischendurch oder als Nachttisch, sondern anstatt des Abendessens. Besuche in der Eisdiele sind aufgrund der Preisanstiege selten geworden, also gibt es nun zu Hause eigene Kreationen. Billiger und nicht weniger lecker.
Heute habe ich denn mal beschlossen, dass mit der Heulerei Schluss sein muss und es Zeit wird, wieder was zu tun. Also habe ich schon mal die Rezension zu Diamten und Rost von Anne Holt geschrieben. Übersetzt wurde das Buch von Gabriele Haefs. Hier geht es zu meiner Besprechung:



2 Kommentare
Birgit
da konnt ich denn gleich eine runde mitheulen – derzeit nehm ich da jede gelegenheit dankbar mit
ist doch dieses jahr auch der moment gekommen vor dem ich mich seit sieben jahren fürchte
das enkelkind wurde eingeschult – ein termin zu dem ich meine kinder schon heulend begleitete
ich denke das liegt an meiner mich traumatisierenden schulzeit
hätte ich die geliebt müsste ich doch vor freude für sie hüpfen
zum glück hat uli mir die wahl gelassen erst zum kaffee zu kommen
so war ich nicht die einzige heulende großmutter auf dem schulhof
und die erfurt großeltern hatten ihren großen auftritt
will sagen über alten fotos heul ich immer noch meinen beiden kleinen kindern und dem babyenkelkind nach
tränenfeuchte grüße und umarm
Karin Braun
Zum Heulen war ich zu wütend als Jenni in die Schule kam und auch bei den Gören hat man mich lieber gebeten erst am Nachmittag zu kommen, da man befürchtete, ich könnte buh rufen oder ein Schild hochhalten auf dem „Nieder mit der Schulpflicht!“ steht. Als ich die fünf Wochen bei den Gören in Hamburg war, war ich jeden Tag versucht mir so ein Schild zu malen und eines auf dem steht „Gesundes Essen für die Brut“ oder so, denn was mir aus der Schulmensa berichtet wurde, war einfach nur gruselig. Dieses ganze System stinkt. Sei umarmt